Ocean Youth Sailing, Steckborn Schweiz

Schionning Desing Arrow 1360

Ein Katamaran für die Jugend

Seit 30 Jahren schon engagiert sich der Kapitän Jürg Hochstrasser in Jugendprojekten und hilft immer dabei, junge Menschen aufs Wasser zu bringen. Als Präsident von „Jugendsegeln Steckborn“ in der Schweiz konnte er 2014 gemeinsam mit 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein ganz besonderes Projekt auf den Weg bringen. „Ocean Youth Sailing“ heißt es und hat Großes vor: Einen Hochseekatamaran zu bauen und dann, ab 2018, Jugendliche damit auf See hinaus segeln zu lassen. Um neue Horizonte zu erfahren, Verantwortung und Teamgefühl zu lernen und andere gemeinnützige Projekte oder Umweltaktivitäten zu unterstützen. Etwa 1600 Jugendliche sollen, so die Planung, in den nächsten zehn Jahren von dem Projekt profitieren. Schon jetzt wird es von 100 jungen Leuten getragen, die sich vor allem im Bau des Bootes engagieren.

Projektleiter für den Bootsbau ist Lukas Ruppen, ein Profi, der schon am Bau der Volvo Ocean Racer und vieler anderer anspruchsvoller Komposit-Bauten beteiligt war. Unter seiner Anleitung schreitet die Entstehung des immerhin gut 13 Meter langen Katamarans zügig voran. Dafür bringt der selbstständige Techniker rund 40 Prozent seiner Arbeitszeit in dieses Projekt ein – ehrenamtlich, wie alle, die sich hier engagieren. Einen Hochseekatamaran zu bauen ist keine Kleinigkeit, aber hier befindet man sich voll im Zeitplan.

„Die Frage ob Monohull oder Multihull war wahrscheinlich eine der am meisten diskutierten. Wir haben Bücher und Foren gewälzt, mit vielen Personen gesprochen und eine lange Pro/Kontra Liste erstellt. Neben vielen weiteren Vorteilen (wie Segelperformance oder Unsinkbarkeit) war der ausschlaggebende Punkt am Ende das Platzangebot. Wir möchten möglichst vielen jungen Menschen das Hochseesegeln ermöglichen und in diesem Sinne sind Katamarane unschlagbar“, sagt der Geowissenschaftler und Meteorologe Nicola Möckli, der bei „Ocean Youth Sailing“ unter anderem auch für die PR zuständig ist.

Heftig diskutiert wurde auch die Frage nach dem Typ oder Designer des Kats. Am Ende landeten sie bei dem Australier Jeff Schionning, der in der Multihull-Szene einen weltweit guten Ruf genießt. Vor allem auch für seine Selbstbau-Kits, die er seit vielen Jahren produziert und immer weiter perfektioniert. In Deutschland bietet die Firma vdL Composites, eine Joint Venture Firma mit M.u.H. von der Linden aus Wesel und ATL Composites aus Australien, diese Bausätze komplett mit allem benötigten Material an. Ein ganz wichtiger Punkt für die Selbstbauer ist dabei, dass der Ansprechpartner für Fragen aller Art in Deutschland sitzt und nicht am anderen Ende der Welt.

Dazu noch einmal Nicola Möckli: „Schionning hat uns am meisten überzeugt. Es gibt weltweit mehrere hundert Katamarane nach seinen Entwürfen, die erfolgreich gebaut wurden. Schionning war außerdem äußerst hilfsbereit und hat bereits Unterstützung für das Projekt zugesprochen, bevor der definitive Bootsentscheid gefallen war. Wir haben uns dann für den topmodernen Arrow 1360 entschieden. Weil wir besondere Ansprüche an den Innenausbau stellen, haben wir diesen in Zusammenarbeit mit Schionning umgeplant. So können wir jetzt 10 Schlafplätze und genügend Lebensraum auf kleineren Trips für ebenso viele Personen anbieten. Es gibt weltweit eine sehr lebendige Community von Selbstbauern von Schionning Katamaranen, welche sich gegenseitig unterstützen. Wir waren in den vergangenen Monaten schon andere Selbstbauer besuchen und haben sogar einen der ersten Arrow 1200 bei Christian Loehr ein Wochenende lang testgesegelt. Die Firma Von der Linden hat wie Schionning schnell an das Projekt geglaubt und unterstützt uns finanziell, aber vor allem mit viel Rat und Tat. Wir verdanken dem ganzen Team nicht nur einen tollen Bausatz, sondern auch technisches Know-how und wertvolle Kontakte zu Ausrüstern in der Segelszene.“

Auch der Bausatz hat sich bestens bewährt. „Wir hatten während dem Rohbau Phasen, wo wir fast euphorisch wurden ob der Passgenauigkeit der Teile. Klar braucht es besonders bei gebogenen Teilen da oder dort mal etwas mehr Epoxyspachtel, insgesamt überzeugt aber die CAD-Arbeit von Schionning zusammen mit vdL's DuFlex Platten.“ Schon jetzt haben mehr als 150 Jugendliche am Katamaran mitgearbeitet, bis zum Bauende im Sommer 2018 sollen es noch deutlich mehr werden.

www.oceanyouthsailing.com

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